INCOTERMS – Anwendung kurz und einfach erklärt
8. Oktober 2021
Heute geht’s um ein absolutes Grundlagenthema in der Supply Chain: die INCOTERMS. Ich habe mir vorgenommen, den Überblick so griffig wie möglich darzustellen, damit du in deinem Berufsalltag als Einkäufer, Verkäufer oder Supply Chain Manager sofort ins Handeln kommst.
Was sind INCOTERMS überhaupt?
INCOTERMS steht für „International Commercial Terms“ – also internationale Handelsklauseln. Diese werden von der Internationalen Handelskammer herausgegeben und regeln glasklar, wer im internationalen Warenverkehr ab wann für Kosten, Risiken und eigentliche Aufgaben verantwortlich ist 00:09. Es geht um die klassischen Fragen:
Ab welchem Punkt zahlst du den Transport?
Wer haftet wenn die Ware Schaden nimmt?
Wer ist wann für die Verzollung zuständig?
Kurz: INCOTERMS geben dir Sicherheit und vermeiden Streit – vorausgesetzt, du wendest sie korrekt an.
Die Klassiker im Alltag
In der Praxis begegnen mir immer wieder die gleichen Begriffe – und vielleicht kennst du sie auch aus deinem Alltag:
Ex Works (EXW): Ab Werk, der Käufer organisiert und bezahlt alles ab Werkstor.
Free Carrier (FCA): Frei Frachtführer, hier übernimmt der Käufer ab Verladung beim Spediteur 01:21.
CPT (Carriage Paid To): Bis zu einem vereinbarten Ort trägt der Verkäufer die Transportkosten.
FOB (Free On Board): Speziell im Seeverkehr, Haftung wechselt auf dem Schiff.
CIF (Cost, Insurance, Freight): Kostet den Verkäufer die Fracht und die Versicherung bis Zielhafen.
DDP (Delivered Duty Paid): Geliefert, verzollt und versteuert: Der Verkäufer trägt alle Lasten.
Am liebsten wird beim Einkauf alles geregelt: Transport, Verzollung, Abladen – doch genau hier entstehen oft Stolperfallen.
Praxisbezug: Worauf solltest du achten?
Angenommen, du bestellst Verpackungsmaterial für die Produktion in der Schweiz – klingt simpel, aber schon hier entscheidet der INCOTERM darüber, ob du dich noch mit Verzollung beschäftigen musst oder ob dein Lieferant alles übernimmt 01:48.
Blöd wird’s, wenn du DDP vereinbarst und dein Lieferant im Zielland gar kein Verzollungskonto besitzt oder die Voraussetzungen für einen reibungslosen Import fehlen 03:33. Dann stehst du im schlimmsten Fall ohne Ware und mit Produktionsstillstand da!
Oder klassischer Sprung ins Fettnäpfchen: Du wählst „Ex Works“ und erwartest, dass dein Lieferant noch für das ordnungsgemäße Verladen zuständig ist – tatsächlich ist das aber laut Definition nicht sein Job. Oft will der Käufer zwar, dass der Lieferant den LKW belädt, aber dafür muss der passende INCOTERM gewählt werden, z.B. „FCA“, ansonsten bleibt das Verladen am Fahrer hängen 02:33.
Mein Tipp aus der täglichen Praxis
Schau immer genau, welcher INCOTERM wirklich zu deinem Prozess passt. Bloß weil du „Ex Works“ seit Jahren auf Verträgen stehen hast, heißt das nicht, dass es dir im Ernstfall hilft!
Stimme die INCOTERMS aktiv mit allen Beteiligten ab – auch mit den eigenen internen Schnittstellen wie Lager, Zoll oder Transport, damit die Verantwortung zu dir und deiner Organisation passt.
Nicht vergessen:
INCOTERMS sind ein Muss für alle, die mit Warenströmen, Kosten, Risiko oder Administration entlang der Lieferkette zu tun haben. Und: Sie werden immer wieder überarbeitet – also ruhig regelmäßig einen Blick auf die Seiten der Handelskammer werfen 01:12.
Fazit
Wer sich mit Logistik, Einkauf oder Vertrieb beschäftigt, für den sind INCOTERMS ein echtes Basic. Sie machen die Spielregeln klar, sparen im Zweifel viel Zeit, Geld und Nerven.
Für mich gehören sie zum verpflichtenden Knowhow eines jeden Supply Chain Managers.
Die Bücher zum Kanal gibt es hier:
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