Die 4 goldenen Fragen zur Investitionsbewertung, die jede Führungskraft kennen muss!
17. Januar 2026
Supply Chain AD ABSURDUM: https://deine-lieferkette.de/supply-chai...
In dieser Episode geht es um vier entscheidenden Fragen, die ich mir selbst immer stelle, wenn ich Projektbewertungen oder Investitionsrechnungen vornehme. Wie gewohnt verknüpfe ich Theorie und meine persönliche Praxis.
Kapitel 1: Warum überhaupt abzinsen?
Wenn wir über Projekte sprechen, taucht immer wieder die berühmte Frage auf: Warum zinsen wir Cashflows ab? Dahinter steckt mehr als reine Mathematik. Es geht um den sogenannten Zeitwert des Geldes – eine Million Euro heute ist eben mehr wert als in fünf Jahren. Aber warum?
Erstens: Opportunitätskosten. Das Geld, das du heute einsetzt, könntest du auch anders investieren und Rendite erwirtschaften. Zweitens: Inflation und Kaufkraftverlust. Mit der Zeit verliert dein Geld an Wert, jeder Jahresbetrag zählt weniger, je weiter er in der Zukunft liegt. Drittens: Unsicherheit und Risiko. Niemand von uns weiß genau, wie sich ein Projekt tatsächlich entwickelt – je weiter die Prognose, desto unsicherer sind die Zahlen.
Diese drei Faktoren zwingen uns, die zukünftigen Zahlungsflüsse auf ihren heutigen Wert umzurechnen, damit sie vergleichbar und auch fair bewertet werden können.
Kapitel 2: Der WACC – Warum gerade die gewogenen Kapitalkosten?
Das nächste große Thema ist der „Weighted Average Cost of Capital“, kurz WACC oder zu Deutsch: die gewogenen Kapitalkosten. Sie sind mehr als eine mathematische Konstruktion – sie repräsentieren die durchschnittlichen Finanzierungskosten aus Fremd- und Eigenkapital.
Für Investoren ist der WACC die erwartete Rendite – niemand gibt dir Geld, ohne Gegenleistung. Für das Unternehmen sind es die Kosten, die man „verdienen muss“, damit das Eigenkapital sich lohnt und das Fremdkapital bedient werden kann.
Letztlich spiegeln die gewogenen Kapitalkosten die Opportunitätskosten aller Beteiligten wider. Jeder Projektentscheid sollte diese Hürde mindestens überspringen, sonst wäre das Kapital anderswo besser angelegt.
Merke: WACC ist der „Preis“ für die Teilnahme am Spiel. Wer weniger erzielt, verliert an Wert.
Kapitel 3: Schulden versus Eigenkapital – günstiger, aber riskant!
Ein Punkt, über den viele stolpern: Warum sind Schulden eigentlich billiger als Eigenkapital? Das liegt daran, dass Fremdkapitalgeber – meistens Banken – zuerst bedient werden, das Risiko ist für sie also geringer. Aktionäre (Eigenkapitalgeber) sind die Letzten in der Reihe und tragen das volle Risiko – dafür verlangen sie eine höhere Rendite.
Und dann gibt es noch den „Tax Shield“: In vielen Ländern sind Schuldzinsen steuerlich absetzbar, was die Kosten effektiv reduziert. Aber Achtung, zu hohe Verschuldung kann gefährlich werden! Die festen Verpflichtungen bleiben, egal, ob das Geschäft brummt oder kriselt.
Kapitel 4: Net Present Value – Vor oder nach Steuern rechnen?
Abschließend die vielleicht praktischste Frage, die sich jeder stellen sollte: Berechne ich den Kapitalwert (Net Present Value) vor oder nach Steuern?
Ganz klar, Steuern sind ein großer, oft unterschätzter Cash Outflow. Sie müssen in der Investitionsrechnung berücksichtigt werden. Der Vorteil: Zinsaufwendungen senken die Steuerlast, somit wird Fremdkapital noch attraktiver.
In der Praxis empfehle ich: Rechne deine Projekte nach Steuern – so siehst du den echten Mehrwert fürs Unternehmen. Trotzdem lohnt sich ab und zu der Blick „ohne Steuern“, vor allem im internationalen Kontext, wo Subventionen, Steuersätze und Regularien sich schnell ändern können und einen Business Case verzerren.
Praxis-Tipp: Nicht nur die Finanzsicht zählt!
Gerade bei Standortentscheidungen habe ich es selbst erlebt: Die steuerliche und finanzielle Bewertung ist wichtig, aber nicht alles. Schau auch auf Effizienz, Know-how, Team-Zusammenarbeit und logistische Vorteile – bevor du der Steuertabelle blind folgst. Manchmal entscheidet der gesunde Menschenverstand, welcher Standort langfristig besser für die Lieferkette und das Unternehmen ist.
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