Finanzwissen für Führungskräfte: Wie man Projekte richtig bewertet
6. Januar 2026
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Heute tauchen wir gemeinsam ein in das Thema Projektbewertung und Investitionsentscheidungen – ein Feld, das oft unterschätzt wird, dabei aber über Erfolg oder Misserfolg in Unternehmen entscheidet.
Die Ausgangslage:
In jedem Unternehmen ist das Budget begrenzt, während die Anzahl der Investitionsideen gefühlt grenzenlos ist. Du willst eine Lagerhalle anbauen, ein neues Planungstool implementieren oder vielleicht sogar in eine moderne Fahrzeugflotte investieren? Jede deiner Anfragen konkurriert direkt mit Projekten aus anderen Abteilungen – Marketing, Vertrieb, Produktion, Entwicklung. Der wahre Kampf spielt sich also nicht in der Idee, sondern in der Zuteilung der knappen Ressourcen ab.
Hier kommen die berühmten Fragen ins Spiel: »Wie hoch ist der NPV? Was ist die Internal Rate of Return?« Wenn du darauf keine Antwort hast, bist du schneller raus als du denkst.
Die Basics – worauf kommt es wirklich an?
Bevor du ins operative Detail gehst und einfach nur das kaputte Fließband ersetzen willst, musst du dich fragen: Ist diese Investition wirklich strategisch sinnvoll? Passt sie zur generellen Ausrichtung des Unternehmens? Vielleicht steht ohnehin eine Portfolio-Rationalisierung an, oder die Anlage ist längst abgeschrieben. In solchen Situationen reicht ein »Das war schon immer so« eben nicht aus.
Projektbewertung heißt strategisch denken:
Die Investitionsentscheidung muss sich nicht nur rechnen, sondern sich auch in die Gesamtstrategie einfügen. Frag dich immer:
Welche Alternativen könnten dieselbe Wirkung erzielen, zum Beispiel Reparatur statt kompletter Neuanschaffung?
Gibt es versteckte Risiken (z.B. Standortschließung oder Trends im Kostenmanagement), die das Projekt beeinflussen?
Cashflow schlägt Gewinn
Das Herzstück deiner Bewertung ist der Cashflow, nicht der Gewinn.
Warum? Weil Gewinn zwar schön aussieht, aber leicht zu manipulieren ist – Buchhaltungs-Tricks wie Abschreibungen oder Rückstellungen können das Bild verzerren. Cashflow ist klar, hart und messbar. Unternehmen wollen wissen, wie viel echtes Geld rein- und rausgeht, nicht was sich in den Büchern bewegt.
Zwei absolute Fallstricke: Sunk Cost und Opportunitätskosten
Du hast in den letzten Jahren Millionen investiert? Das ist jetzt Geschichte. Sunk Costs – also bereits getätigte Ausgaben – dürfen nicht deine heutige Entscheidung beeinflussen. Emotional fühlt sich das manchmal falsch an, rational ist es aber der einzig richtige Weg.
Opportunitätskosten denken viele nicht komplett mit: Hast du eine freie Lagerhalle, könntest du diese auch vermieten? Wenn du stattdessen dort eine Produktion aufbaust, musst du die entgangenen Mieteinnahmen als echten Kostenfaktor einpreisen.
Die Klassiker der Investitionsrechnung – von Payback bis Kapitalwert
Payback (Amortisationsdauer) wird leider oft überschätzt. Es ist okay für den schnellen Überblick, taugt aber nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage, da der Zeitwert des Geldes völlig ignoriert wird.
Goldstandard: Kapitalwert (NPV, Net Present Value). Alle zukünftigen Cashflows werden diskontiert – sprich: auf den heutigen Wert zurückgerechnet.
Zusätzlich der Internal Rate of Return (IRR) – die interne Verzinsung, also die Prozentzahl, die du auf dein Investment bekommst. Diese Zahl zu überschreiten ist der Mindesthürde, die du nehmen musst, damit das Projekt tatsächlich Wert schafft.
Wettbewerb um Ressourcen
Man muss die Projektanträge vergleichbar machen. Daher werden oft unternehmensweit die gleichen Regeln und Kalkulationsansätze verwendet. Der sogenannte Weighted Average Cost of Capital (WACC) ist dabei die Messlatte: Sie zeigt, wie viel Rendite deine Kapitalgeber erwarten. Nur Projekte, die darüber kommen, werden gefördert.
Risiko und Sensitivitätsanalysen
Nicht jedes Projekt ist gleich riskant. Innovationsprojekte müssen höhere Hürden nehmen als Routine-Investitionen, wie etwa Solaranlagen. Sensitivitätsanalysen zeigen, wie robust dein Business Case gegenüber Änderungen wichtiger Parameter ist – ein absolutes Muss!
Abschließend meine vier wichtigsten Takeaways:
1) Verknüpfung mit der Strategie: Jede Investition muss sich ins strategische Gesamtkonzept einpassen.
2) Fallstricke vermeiden: Sunk Cost sind Vergangenheit, Opportunitätskosten denk immer mit!
3) Goldstandard NPV: Payback und IRR sind nur Zusatzinfos. Der Kapitalwert entscheidet.
4) Risikomanagement: Je riskanter das Projekt, desto anspruchsvoller die Mindestanforderungen.
Mein Fazit:
Investitionsentscheidungen sind kein Hexenwerk – du musst nur die richtigen Fragen stellen, die wichtigen Zusammenhänge verstehen und ehrlich zu dir selbst bleiben. Mit diesen Werkzeugen und Denkansätzen bist du bestens gewappnet, um deine Projekte sauber zu pitchen und den nächsten Schritt in der Supply Chain zu meistern.
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